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Unnötiges vom Umweltbundesamt

Das Jahr hat noch nicht richtig begonnen und schon platzt das Umweltbundesamt mit einem völlig unsinnigen und eh` nicht umsetzbaren Vorschlag heraus.

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Unter dem Titel „Abbau umweltschädlicher Subventionen stockt weiter“ schreibt die Präsidentin der Behörde, Frau Krautzberger, der Gesetzgeber möge doch für alle tierischen Lebensmittel (Milch, Käse, Butter, Sahne, Joghurt, Wust und Fleisch) die Mehrwertsteuer von 7% auf 19% anheben und dies aus Klimaschutzgründen. Das so mehr eingenommene Geld könnte dann zur Mehrwertsteuerreduktion für Obst und Gemüse herangezogen werden, die für weit weniger CO2 Emissionen verantwortlich sind.

Das Bundesumweltamt vergisst dabei aber einige wesentliche Punkt wenn es weiter schreibt, dass für 1 kg Fleisch immerhin 28 kg CO2e und für Obst und Gemüse lediglich 1 kg CO2e anfallen. Nämlich die Tatsache das sehr viel Obst und Gemüse gar nicht regional produziert sondern oft mit dem Flugzeug oder dem Schiff von weither kommen. Dabei entsteht nicht nur sehr viel CO2e sondern auch viel Feinstaub. Und überhaupt, warum sollte der Verbraucher für eine, seit Jahrzehnten, verfehlte Landwirtschafts- und Verkehrspolitik bezahlen?

Es war doch nicht der Verbraucher, der die Massentierhaltung in Deutschland seit Jahren mit Unsummen fördert! Und wenn, wie so oft, zu viel Fleisch auf dem Markt ist, auch das noch einmal hoch subventioniert wird um es aus der Eurozone mit katastrophalen Folgen in die Schwellenländer verschoben wird. Nein, anstatt anzuregen, die Massentierhaltung auf ein erträgliches Mindestmaß herunter zu fahren, was im Übrigen auch eine künftige Diskussion über Nitratverseuchung des Grundwassers in vielen Regionen überflüssig machen würde, Qualitätstierhaltung zu unterstützen und dem Verbraucher Zugang zu hochwertigen tierischen Produkten zu ermöglichen - kommt wieder mal ein Vorschlag der das Problem noch nicht einmal im Ansatz thematisiert. Sieht man sich die Versorgungsübersicht der Bevölkerung in Deutschland an, stellt man schnell fest dass es für die meisten Menschen gar keine Möglichkeit gibt, sich mit gesunden und wertvollen tierischen Produkten zu versorgen, weil schlicht versäumt wurde die bäuerliche Kleinproduktion und den Handel zu fördern und zu unterstützen. Immer mehr Tiere auf immer kleinerem Raum ist ein von der Politik billigend in Kauf genommener Produktionswahnsinn. Oder wie lässt sich sonst beispielsweise das Schweinehochhaus in Maasdorf, im Landkreis Bitterfeld rechtfertigen?

Und dann stellt sich noch die Frage, warum wir nicht endlich einmal anfangen an die wirklich großen CO2e Emittenten heran zu gehen als sich immer nur im Klein-Klein zu verfangen wie mit Anti-Plastiktütenaktionen, To-Go Becher-Wahnsinn und unsinnigen Diskussion über Mehrwertsteuererhöhungen auf tierische Produkte.

Was ist denn mit der CO2 Abgabe für Flüge, mit der Braunkohle-Sonderabgabe, mit der unsinnigen Verkehrspolitik die durch falsche Signale, wie zum Beispiel die Genehmigung der Giga-Liner, noch mehr Güterverkehr von der umweltfreundlicheren Schiene auf die Straße lockt? Wo bleibt hier der Aufschrei?

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl